Kein Lebewesen lebt für sich allein
Dieser junge Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) braucht zum Überleben eine ganze Reihe von Dingen – und einige davon brauchen umgekehrt auch ihn. Alles, was von außen auf ein Lebewesen einwirkt, nennt man Umweltfaktor.
Drei Begriffe, die du gleich brauchst
Achtung, verbreiteter Irrtum
Der Igel gilt als „Schneckenvertilger". Das stimmt so nicht: Seine Hauptnahrung sind
Laufkäfer, Nachtfalterraupen und Ohrwürmer. Schnecken mag er wegen ihres Schleims nicht besonders
und frisst sie kaum (unter 6 % der Nahrungsenergie). Regenwürmer dagegen sind zeitweise wichtig:
Im Frühjahr und Spätherbst können sie bis zu einem Drittel der Nahrung ausmachen.
Die Folge ist wichtig: Wenn die Insekten verschwinden, verschwindet die Nahrungsgrundlage des Igels –
nicht erst, wenn es keine Schnecken mehr gibt.
Wähle deinen Lebensraum
Ihr arbeitet in drei Gruppen. Jede Gruppe untersucht denselben Igel in einem anderen Lebensraum. Im Vergleichs-Tab tragt ihr eure Ergebnisse zusammen.
Lebensraum-Labor
Auftrag 1 · Ordnen
Zieh jede Karte aus dem Vorrat auf die passende Seite: links die unbelebte Umwelt, rechts die belebte. Innerhalb der Seite darfst du frei anordnen. Dann auf Prüfen.
Vergleich der drei Lebensräume
Eure eigene Zeile füllt sich automatisch. Die beiden anderen tragt ihr ein, wenn die Gruppen ihre Ergebnisse vorstellen.
| Lebensraum | Beste Überlebenschance | Welcher Faktor begrenzt zuerst? |
|---|
Drei Leitfragen
1 · In allen drei Lebensräumen lebt derselbe Igel mit denselben Ansprüchen. Warum ist trotzdem in jedem Lebensraum ein anderer Faktor der begrenzende?
2 · Angenommen, ihr verbessert im Stadtgarten das Nahrungsangebot auf den bestmöglichen Wert. Steigt die Überlebenschance? Begründet mit dem Minimumgesetz.
3 · Am Waldrand ist der Fressfeinddruck hoch. Wäre ein Lebensraum ganz ohne Fressfeinde für die Igel als Art besser? Denkt weiter als bis zum einzelnen Tier.
Was in der Wirklichkeit passiert
Reflexion & Quiz
Zum Nachdenken
1 · Erkläre in eigenen Worten, warum abiotische Faktoren meist mit einem einfachen Pfeil, biotische dagegen mit einem Doppelpfeil dargestellt werden.
2 · Ein Gärtner sagt: „Ich habe den Igeln geholfen, ich habe alle Schnecken bekämpft." Was ist an dieser Aussage falsch?
3 · Im Winter ist eine Umgebungstemperatur von 20 °C für den Igel schlecht, im Sommer gut. Wie passt das zum Begriff „Toleranzbereich"?
4 · Nenne zwei Umweltfaktoren, die sich gegenseitig beeinflussen, ohne dass der Igel daran beteiligt ist. Beschreibe kurz, auf welchem Weg der Igel davon trotzdem etwas abbekommt.
5 · Der Igel steht seit 2024 als potenziell gefährdet auf der Roten Liste. Nenne drei Umweltfaktoren aus dieser App, die dazu beitragen, und ordne sie abiotisch/biotisch zu.
Quiz
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