🦔 Umweltfaktoren – der Igel und sein Lebensraum

Sortieren · Wechselwirkungen erkennen · Toleranzbereiche erkunden

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Kein Lebewesen lebt für sich allein

Junger Braunbrustigel
Foto: Onésime, Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Dieser junge Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) braucht zum Überleben eine ganze Reihe von Dingen – und einige davon brauchen umgekehrt auch ihn. Alles, was von außen auf ein Lebewesen einwirkt, nennt man Umweltfaktor.

Aktuell: Seit Oktober 2024 stuft die Weltnaturschutzunion (IUCN) den Braunbrustigel auf ihrer Roten Liste erstmals als „potenziell gefährdet" ein. Am Ende dieser App wirst du erklären können, warum.

Drei Begriffe, die du gleich brauchst

abiotisch Die unbelebte Umwelt Temperatur, Licht, Wasser, Boden – aber auch von Menschen Gemachtes wie Straßen oder Mähroboter. Sie wirken auf den Igel. Der Igel wirkt normalerweise nicht auf sie zurück.
biotisch Die belebte Umwelt Alle anderen Lebewesen: Beutetiere, Fressfeinde, Parasiten, Artgenossen, Pflanzen, Menschen. Hier gilt fast immer: Es besteht eine Wechselwirkung – beide beeinflussen sich gegenseitig.
Toleranz Zu wenig, zu viel, genau richtig Jeder Faktor hat einen Bereich, in dem der Igel gut lebt. Darüber und darunter wird es schwierig. Entscheidend ist am Ende der Faktor, der am schlechtesten passt.

Achtung, verbreiteter Irrtum

Der Igel gilt als „Schneckenvertilger". Das stimmt so nicht: Seine Hauptnahrung sind Laufkäfer, Nachtfalterraupen und Ohrwürmer. Schnecken mag er wegen ihres Schleims nicht besonders und frisst sie kaum (unter 6 % der Nahrungsenergie). Regenwürmer dagegen sind zeitweise wichtig: Im Frühjahr und Spätherbst können sie bis zu einem Drittel der Nahrung ausmachen.
Die Folge ist wichtig: Wenn die Insekten verschwinden, verschwindet die Nahrungsgrundlage des Igels – nicht erst, wenn es keine Schnecken mehr gibt.

Wähle deinen Lebensraum

Ihr arbeitet in drei Gruppen. Jede Gruppe untersucht denselben Igel in einem anderen Lebensraum. Im Vergleichs-Tab tragt ihr eure Ergebnisse zusammen.

Lebensraum-Labor

Auftrag 1 · Ordnen

Zieh jede Karte aus dem Vorrat auf die passende Seite: links die unbelebte Umwelt, rechts die belebte. Innerhalb der Seite darfst du frei anordnen. Dann auf Prüfen.

unbelebt · abiotisch
belebt · biotisch
Igel

Vergleich der drei Lebensräume

Eure eigene Zeile füllt sich automatisch. Die beiden anderen tragt ihr ein, wenn die Gruppen ihre Ergebnisse vorstellen.

LebensraumBeste Überlebenschance Welcher Faktor begrenzt zuerst?

Drei Leitfragen

1 · In allen drei Lebensräumen lebt derselbe Igel mit denselben Ansprüchen. Warum ist trotzdem in jedem Lebensraum ein anderer Faktor der begrenzende?

2 · Angenommen, ihr verbessert im Stadtgarten das Nahrungsangebot auf den bestmöglichen Wert. Steigt die Überlebenschance? Begründet mit dem Minimumgesetz.

3 · Am Waldrand ist der Fressfeinddruck hoch. Wäre ein Lebensraum ganz ohne Fressfeinde für die Igel als Art besser? Denkt weiter als bis zum einzelnen Tier.

Was in der Wirklichkeit passiert

🏡 StadtgartenZäune, Mauern und Straßen zerschneiden den Lebensraum. Ein Igel braucht ein Streifgebiet von rund 30 Hektar (Männchen in der Paarungszeit noch mehr) – ein einzelner Garten ist ein Bruchteil davon. Igeldurchlässe in Zäunen wirken deshalb unmittelbar.
🌾 FeldheckeGroße Ackerflächen mit Pflanzenschutzmitteln lassen die Insektenmenge einbrechen. Da Insekten die Hauptnahrung sind, fehlt dem Igel im Herbst das Fett für den Winterschlaf – er verhungert im Schlaf, nicht im Sommer.
🌲 WaldrandNahrung und Deckung sind gut, aber Dachs und Uhu sind die natürlichen Fressfeinde des Igels. Das ist kein Defekt des Lebensraums: Ein Ökosystem ohne Fressfeinde gibt es nicht. Und auf die Rote Liste haben den Igel nicht seine Fressfeinde gebracht, sondern der Mensch.

Reflexion & Quiz

Zum Nachdenken

1 · Erkläre in eigenen Worten, warum abiotische Faktoren meist mit einem einfachen Pfeil, biotische dagegen mit einem Doppelpfeil dargestellt werden.

2 · Ein Gärtner sagt: „Ich habe den Igeln geholfen, ich habe alle Schnecken bekämpft." Was ist an dieser Aussage falsch?

3 · Im Winter ist eine Umgebungstemperatur von 20 °C für den Igel schlecht, im Sommer gut. Wie passt das zum Begriff „Toleranzbereich"?

4 · Nenne zwei Umweltfaktoren, die sich gegenseitig beeinflussen, ohne dass der Igel daran beteiligt ist. Beschreibe kurz, auf welchem Weg der Igel davon trotzdem etwas abbekommt.

5 · Der Igel steht seit 2024 als potenziell gefährdet auf der Roten Liste. Nenne drei Umweltfaktoren aus dieser App, die dazu beitragen, und ordne sie abiotisch/biotisch zu.

Quiz

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