🦋 Evolutions-Simulator

Der Birkenspanner – Reproduktion, Variation & Selektion zum Anfassen

Generation 0
Population 0
Ø Färbung
Fortschritt
0/3

Worum geht es?

Der Birkenspanner ist ein Nachtfalter, der tagsüber regungslos auf Baumrinde sitzt. Wer sich von der Rinde abhebt, wird vom Vogel gefressen – wer sich tarnt, überlebt und gibt seine Färbung weiter. Genau daran lässt sich Evolution beobachten. Drei Zutaten reichen aus:

ReproduktionNachkommen entstehenÜberlebende Falter pflanzen sich fort und geben ihre Färbung an die nächste Generation weiter.
VariationKein Kind ist gleichDurch Mutation weichen Nachkommen leicht von den Eltern ab – heller oder dunkler. So entsteht Vielfalt.
SelektionDie Umwelt wählt ausWer auffällt, wird gefressen. Wer sich tarnt, überlebt häufiger – ganz ohne Absicht.
So ist der Simulator aufgebaut: In Tab 1 (Zuchtwahl) bist du die Selektion und züchtest von Hand. In Tab 2 (Natürliche Selektion) übernimmt die Umwelt – und du siehst, dass genau dasselbe passiert, ganz von allein. In Tab 3 prüfst du dein Verständnis.

Jeder Falter trägt ein „Gen" für seine Färbung – eine Zahl von 0 (kreideweiß) bis 1 (rußschwarz). Los geht's:

Tab 1 · Du bist die Selektion

🎯 Auftrag 1

Vor dir sitzt eine bunt gemischte Population. Hier jagt noch kein Vogeldu allein bist die Selektion und bestimmst, wer sich fortpflanzt (wie ein Züchter). Tippe die Falter an, die Nachkommen bekommen sollen – nur die Ausgewählten pflanzen sich fort. Deine Aufgabe: züchte eine möglichst dunkle Population (Ø-Färbung über 0,80) und halte sie dabei auf voller Größe (28 Falter). Wählst du zu wenige Eltern, schrumpft die Population – dann zählt das Ziel noch nicht. Wie wenige Generationen brauchst du?

Ausgewählt
0
Population
0
Generation
0
Ø Färbung
Beobachte: Die Nachkommen der ausgewählten Falter ähneln ihren Eltern – aber nicht exakt (das ist die Variation). Indem du immer die dunkelsten auswählst, verschiebst du den Schnitt Generation für Generation. Genau das ist Selektion – hier von deiner Hand.
Achtung: Nur ausgewählte Falter bekommen Nachkommen. Wählst du zu wenige, hat die nächste Generation weniger Tiere – die Population schrumpft (ein Zuchtengpass).

Tab 2 · Die Umwelt übernimmt

🎯 Auftrag 2 · Forschen in zwei Runden

① Beobachten. Die Rinde ist kreideweiß, die Population bunt gemischt. Sieh genau hin: Welche Falter fallen auf, welche sind gut getarnt?

② Vermuten (Runde 1). Ein Vogel frisst gleich die auffälligen Falter. Was passiert mit der Population, wenn die Simulation läuft – auf der weißen Rinde?

③ Testen. Starte die Simulation und beobachte, was geschieht.

Generation
0
Population
0
Ø Färbung
Rinde

Ø Färbung der Population über die Generationen

Ø Färbung der Falter Färbung der Rinde (Ziel der Tarnung)
Achte auf den Zusammenhang: Die blaue Linie (Falter) „jagt" der orangen Linie (Rinde) hinterher. Die Umwelt gibt die Richtung vor – die Population folgt, weil nur die gut Getarnten Nachkommen hinterlassen. Tipp: Stell den Rußgrad mitten im Lauf wieder auf hell und beobachte die Rückanpassung. Bei sehr kleinem Räuberdruck oder viel Zufall kann der Schnitt auch „driften" – das ist Gendrift.

Tab 3 · Auftrag & Reflexion

Halte fest, was du beobachtet hast, und prüfe dein Verständnis. Die richtigen Antworten füllen deinen Fortschrittsbalken.

Zum Nachdenken (offen)

1. In Tab 1 hast du ausgewählt, in Tab 2 der Vogel. Was ist der Unterschied – und was ist gleich geblieben?
Gleich: In beiden Fällen bekommen nur bestimmte Falter Nachkommen, und die Nachkommen variieren leicht – der Schnitt verschiebt sich. Unterschied: In Tab 1 wählt eine Absicht aus (künstliche Zuchtwahl), in Tab 2 wählt die Umwelt ohne Ziel aus (natürliche Selektion). Der Mechanismus ist derselbe, nur die „auswählende Instanz" ist anders.
2. Ein Schüler sagt: „Die Falter haben sich dunkel gefärbt, weil die Rinde dunkel wurde." Warum ist diese Formulierung biologisch falsch?
Kein einzelner Falter ändert seine Farbe. Es gab von Anfang an Variation (hellere und dunklere Tiere). Auf dunkler Rinde überleben die dunkleren häufiger und vererben ihre Färbung – über Generationen verschiebt sich der Anteil. Nicht das Individuum passt sich an, sondern die Population verändert sich.
3. Du hast den Rußgrad mitten im Lauf wieder auf hell gestellt. Was ist passiert und warum?
Die Population wurde über einige Generationen wieder heller. Selektion hat keine „Erinnerung" und kein Ziel – sie bevorzugt immer das, was gerade jetzt am besten getarnt ist. Ändert sich die Umwelt, ändert sich die Richtung der Anpassung.

Kontrolle (Quiz)